Veranstaltungsarchiv


Das Veranstaltungsarchiv nennt Veranstaltungen der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück seit  2002 in rückwärtiger Reihenfolge. In der Regel sind die Beschreibungen des Ankündigungstextes übernommen worden.  

 

2015 | 2014 | 20132012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002


2016 



Ravensbrück außer Haus | Buchpräsentation
Dienstag, 26. Januar 2016, 19 Uhr
Sarah Helm: Ohne Haar und ohne Namen (Theiss Verlag Darmstadt, 2016)
Begrüßung: Prof. Dr. Andreas Nachama, Direktor Stiftung Topographie des Terrors
Lesung: Katharina Thalbach,  Podiumsgespräch: Prof. Dr. Andreas Nachama,

Dr. Insa Eschebach, Leiterin der Gedenkstätte Ravensbrück, Sarah Helm, Autorin

Ort: Topographie des Terrors, Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin
Der Eintritt ist frei

 

 

Gedenkveranstaltung

Mittwoch, 27. Januar 2016, 11 Uhr

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus:
Lesung:  „Ankunft in der Fremde“
Freundinnen und Freunde der Gedenkstätte Ravensbrück lesen Erinnerungsberichte von Ravensbrücker Überlebenden

Kranzniederlegung am Mahnmal „Tragende“

Gedenkgottesdienst | Ravensbrück außer Haus

Freitag, 11. März 2016, 19 Uhr
Gedenkgottesdienst zu Ehren der französischen Ordensschwester Elisabeth von der heiligen Eucharistie (Elisabeth Rivet)

Ort: Kath. Kirchgemeinde St. Hedwig, Bahnhofstraße 2, 16798 Fürstenberg/Havel

 

 

Ausstellungseröffnung | Ravensbrück außer Haus

Donnerstag, 17. März 2016, 19 Uhr

Kriegsgefangene Rotarmistinnen im KZ

Sowjetische Militärmedizinerinnen in Ravensbrück

In der Geschichtsschreibung des Zweiten Weltkrieges gibt es nur noch wenige  nahezu „blinde Flecken“. Dazu gehört die Rolle der etwa eine Million Soldatinnen,  die als Angehörige der Roten Armee gegen die Wehrmacht kämpften. Erst recht unerforscht ist das Schicksal der in deutsche Kriegsgefangenschaft geratenen Rotarmistinnen. Um diese weiblichen Kriegsgefangenen geht es in der  Ausstellung. Die bisher zugänglichen Quellen liefern kein vollständiges Bild.  Dennoch gibt es Erkenntnisse über Gefangenschaft sowie Zwangsarbeit und KZ-Haft, in die die Rotarmistinnen entgegen den Regeln des Völkerrechts meist überführt wurden.

Die sowjetischen Militärmedizinerinnen im KZ Ravensbrück bilden eine Gruppe, über die relativ viel bekannt ist und die aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation eine ungleich größere Überlebenschance hatte. Sie stehen im Mittelpunkt der Ausstellung.

Begrüßung:
Dr. Jörg Morré |
Direktor des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst

Begrüßung:
Dr. Insa Eschebach | Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück /

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Einführung:
Dr. Ramona Saavedra Santis |
Kuratorin der Ausstellung

Vortrag:

Andrea Moll | Osteuropahistorikerin bei der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung

Eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück /

Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und des Deutsch-Russischen

Museums Berlin-Karlshorst

Gefördert durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)

Mit freundlicher Unterstützung des Militärmedizinischen Museums, Sankt Petersburg

Im Anschluss laden wir Sie zu einem kleinen Empfang.

Eintritt frei

Ort: Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst, Zwieseler Straße 4 | 10318 Berlin, www.museum-karlshorst.de, S-Bhf Karlshorst, S 3, Bus 296, U-Bhf Tierpark, U5, Bus 296

 

 

Samstag/Sonntag, 16./17. April 2016 | 71. Jahrestag der Befreiung


 

Samstag, 16.  April 2016 Samstag, 16. April 2016

Gesprächsrunde
10-12 Uhr Begegnungsgruppe für Nachfahren ehemaliger Häftlinge
des KZ Ravensbrück und anderer Lager
mit Dr. Marie-Louise Conen, Dipl. Psychologin
Veranstalter: Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis e.V.
Ort: Haus der Lagergemeinschaft, Anmeldung erforderlich

Projektvorstellung
10-11 Uhr MALCHOW – Präsentation eines Schülerprojektes der
Fleesenseeschule, Malchow zu einem Ravensbrücker Außenlager in
Kooperation mit Batsheva Dagan, Israel
Einführung: Prof. Dr. Sigrid Jacobeit, Institut für Europäische
Ethnologie/Humboldt-Universität zu Berlin
Ort: Besucherzentrum

Ausstellungseröffnung
11 Uhr „Solange wir auf dieser Erde gehen…“
Die Ausstellung stellt fünf Biographien von Ravensbrückerinnen auf der Krim vor.
Eine Wanderausstellung des Fürstenberger Fördervereins
Ravensbrück e.V.
Begrüßung: Yvonne Nägel, Vorsitzende
Ort: Kleines Foyer in den Garagen


Wegmarkierung
11 Uhr Markierung Gedenkweg: Bahnhof Fürstenberg - Mahn-und
Gedenkstätte Ravensbrück
Veranstalter: Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis
e.V., Drei-Seen-Grundschule Fürstenberg/Havel, und das Kinderund
Jugendhaus Mariendorf
Treffpunkt: Bahnhof Fürstenberg


Gedenkweg
13 Uhr Gang über das ehemalige Häftlingslager,
das ehemalige Siemensareal zu den „Beutegutbaracken“

15.30 Uhr Gedenken am ehemaligen „Jugendschutzlager Uckermark“
Veranstalter: Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis e.V., Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V.
Abfahrt Shuttle: 14.30-15.30 Uhr und 17-17.30 Uhr Rückfahrt
Treffpunkt: Besucherzentrum

Projektvorstellung
11-13 Uhr „Das darf man nicht vergessen“. Eine multimediale Präsentation polnischer Schülerinnen und Schüler in Anwesenheit von polnischen Überlebenden des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück
Veranstalter: Biuro Edukacji Publicznej IPN, Warszawa
Ort: Veranstaltungssaal in den Garagen

Buchpräsentation
15 Uhr „Ravensbrück 1945: Der lange Weg zurück ins Leben“, hrsg. von Insa Eschebach und Katharina Zeiher, Berlin 2016.
Der Ausstellungskatalog versammelt Erinnerungen Überlebender an die Auflösung des Konzentrationslagers Ravensbrück und an ihre ersten Schritte in die Freiheit 1945.
Er dokumentiert die Gefahren und Herausforderungen, denen die Frauen auf ihrem Weg durch das zerstörte Europa begegneten und schildert die ersten Versuche eines „Lebns aufs neu“. Thema sind auch die Hoffnungen und Schwierigkeiten, die mit der Ankunft der ehemaligen Häftlinge zu Hause oder in der Fremde verbunden waren.
Ort: Besucherzentrum

Ausstellungseröffnung
16.30 Uhr „… unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten.“
Die medizinische Versorgung durch Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück
Begrüßung: Dr. Insa Eschebach, Leiterin Gedenkstätte Ravensbrück
Grußwort: Elke Ferner, MdB und Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Ansprache: Dr. Dagmar Hertle, Erste Vorsitzende des Arbeitskreises Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V.
Führung: Dr. Ramona Saavedra Santis und Dr. Christl Wickert, Kuratorinnen
Eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und des Arbeitskreises Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V.
Ort: Großes Foyer in den Garagen

Film
17.30 Uhr „Survivantes“, Dokumentarfilm (2016, 56 min.) von Anice
C
lément in französischer Sprache. Der Dokumentarfilm portraitiert vier Frauen der Résistance, die nach Ravensbrück sowie in die Außenlager Neubrandenburg und Zwodau deportiert wurden.
Begleitet von der Regisseurin, berichten die Überlebenden Marie José Chombart de Lauwe, Noëlle Vincensini, Simone Gournay und Marie-Thérèse Fainstein von ihren Erinnerungen.
Der Film dokumentiert die Kraft und Menschlichkeit dieser vier Frauen.

Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Ravensbrück in Zusammenarbeit mit der Amicale de Ravensbrück
Ort: Seminarhaus

Film
19 Uhr „...‘dass das heute noch immer so ist‘ - Kontinuitäten der
Ausgrenzung“ (2016, 60 min.), Regie: Heike Rode und Tom Weller,
produziert in Kooperation mit der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück und der Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark, gefördert von der Stiftung EVZ.
Der Film schildert die Biografie von Maria Potrzeba, die im Jugendkonzentrationslager Uckermark inhaftiert war und thematisiert die Geschichte des Umgangs mit als „asozial“ Verfolgten in der bundesrepublikanischen Nachkriegsgesellschaft.

Veranstalter: Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück &
Freundinnen, Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis e.V.
und die Initiative für einen Gedenkort ehemaliges KZ Uckermark e.V.
Ort: Veranstaltungssaal in den Garagen

 

Sonntag, 17. April 2016

Gedenken
9 Uhr Gedenken am Sowjetischen Ehrenmal
Veranstalter: Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis e.V.
Ort: Bahnhofstraße, Fürstenberg/Havel


10 Uhr Zentrale Gedenkveranstaltung
Begrüßung
Dr. Insa Eschebach, Leiterin der Gedenkstätte Ravensbrück
Grußworte
Robert Philipp, Bürgermeister der Stadt Fürstenberg/Havel
Batsheva Dagan, Israel, i.V. des Internationalen Ravensbrück-Komitees
Nikos Xydakis, Vize-Außenminister Griechenlands (angefragt)
Es sprechen
Diana Golze, Brandenburgische Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V.
Lagergebet: Krystyna Zajac, Warszawa
Kaddisch: Isaak Sheffer, Berlin
Musikalische Begleitung: Petra Kießling, Cello

Gottesdienst
12 Uhr Heilige Messe
Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Ravensbrück in polnischer und
deutscher Sprache, in Zusammenarbeit mit der Polnischen Katholischen Mission, Berlin
Ort: Vor dem Zellenbau

Gedenkzeichen
12 Uhr Enthüllung Gedenktafel für die griechischen Häftlinge
Ansprache: Nikos Xydakis, Vize-Außenminister Griechenlands

12.30 Uhr Enthüllung Gedenktafel für Nina Zavjalova durch ihre
Tochter Lydia Chodyreva, Krim
Ort: Neuer Gedenkort

Forum Zweite Generation
14-15.30 Uhr
Thema des moderierten Gesprächs sind die
spezifischen Erfahrungen von Kindern ehemaliger Häftlinge des Frauen-KZ Ravensbrück.
Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Ravensbrück, Anmeldung
erforderlich.
Ort: Seminarhaus, EG

Interreligiöses und interkonfessionelles Gedenken
„Aus der Enge rief ich zu Gott und Gott antwortete mir durch die
Gottesweite“ (Psalm 118,5)
14 Uh
r Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Ravensbrück in
Zusammenarbeit mit dem Amt für kirchliche Dienste in
der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz,
dem Karmel Regina Martyrum Berlin, der Armenischen Kirchen-und
Kulturgemeinde Berlin sowie der Evangelisch-Lutherischen
Kirchengemeinde und der Kath. Kirchengemeinde St. Hedwig,
Fürstenberg/Havel
Musikalische Begleitung: Chor der Evangelisch-Lutherischen
Kirchengemeinde Fürstenberg/Havel, Carola Elßner, Saxophon
Ort: Veranstaltungssaal in den Garagen

Rückblicke
15-16.30 Uhr Impressionen, Berichte, Bilder: Pflanzung der Rosen
von Ravensbrück 2015 an Orten ehemaliger Außenlager
Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Ravensbrück in Zusammenarbeit
mit der Amicale de Ravensbrück
Ort: Besucherzentrum

Forum
Die Gruppe 'Autonome FrauenLesben' lädt ein am Samstag von 13-18 Uhr und am Sonntag von 12-15 Uhr den 'DokumentationsRaum' zum Gedenken der 'Verfolgung lesbischer Frauen' zu besuchen. Es werden Dokumente, Veröffentlichungen und Bilder der letzten Aktionen und Veranstaltungen ausgelegt.
Ort: Seminarhaus, OG

Open-Air Ausstellung
Brandenburskie Plenery Pamieci/Brandenburgische Erinnerungsorte als Pleinairs.
Schülerausstellung unter Leitung von Joanna Czopowicz im Rahmen des Projektes „Das darf man nicht vergessen“
Ort: Seminarhaus

Internationaler Museumstag | Sonntag, 22.  Mai 2016, 13 – 15  Uhr

Planungsgeschichte und Lagertopographie – eine Geländeführung  auf dem  ehemaligen „Jugendschutzlager Uckermark“,

Barbara Schulz, Büro Zeitgeschichte/Denkmalpflege Schulz & Drieschner, Berlin

 Heute dokumentieren nur noch einige Gebäudereste und weitere Geländespuren die historische Topographie des „Jugendschutzlagers Uckermark“. Der Rundgang führt zu diesen archäologischen Zeugnissen und zeigt auf, wie diese in der Verknüpfung mit Luftbildern, Archivdokumenten und nicht zuletzt mit Erinnerungsberichten ehemaliger Häftlinge zum Sprechen gebracht werden können. Daran anknüpfend werden Ideen für die künftige Erschließung und Präsentation des Geländes als Ort der Erinnerung und historisch-politischen Bildung vorgestellt.

Treffpunkt: Ost-Tor Lagergelände – Ecke Himmelpforter Weg

Entgelt:  3,- € | 2,- € (ermäßigt)

 

 

Internationaler Museumstag | Sonntag, 22. Mai 2016, 15 – 17 Uhr

Die Unterführerhäuser der ehemaligen  SS-Wohnsiedlung, 
Christian Kannenberg, Architekt, KANNENBERG Denkmal+Tragwerk, Wittstock/Dosse

Anders als in vielen KZ-Gedenkstätten ist die ehemalige SS-Siedlung in Ravensbrück noch nahezu vollständig und mit nur wenigen Überformungen der sowjetischen Nachnutzung erhalten. Als Wohnsiedlung der SS-Führung des Konzentrationslagers ist sie zentraler Bestandteil des komplexen Lagersystems. Bemerkenswert ist die gestalterische Zuwendung der SS-Architekten, die in den städtebaulichen und architektonischen Details der Anlage bis heute erkennbar ist.

Während die „Aufseherinnenhäuser“ für die Begegnungsstätte und das Haus des Lagerkommandanten für eine museale Nachnutzung saniert werden konnten, ist mehr als die Hälfte der übrigen Wohngebäude nach über 20 Jahren Leerstand im beginnenden Verfall begriffen. Nach einer baugeschichtlichen Einführung im Besucherzentrum kann daher bei einem Rundgang durch die Siedlung auch die Frage eines Umgangs mit dem schwierigen Erbe diskutiert werden.
Treffpunkt: am Besucherzentrum der Gedenkstätte

Entgelt:  3,- € | 2,- € (ermäßigt)

Freitag, 3. Juni 2016, 18 Uhr

Vortrag | Ravensbrück außer Haus

 Die Frauen von Ravensbrück. Geschlechterbilder im Ravensbrück-Gedächtnis    

Dr. Insa Eschebach, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Die öffentliche Erinnerung an das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück (1939-1945) ist von unterschiedlichen Geschlechterbildern geprägt. Welche Vorstellungen von Weiblichkeit, welche visuellen Klischees prägen die Ravensbrück-Narrative? Ist es das Bild der domestizierten, opferbereiten Frau und Mutter, das in der Figur des Ravensbrück-Häftlings stets erneut festgeschrieben wird? Oder sind auch andere Weiblichkeitskonstruktionen - wie die von der devianten und asozialen Frau - virulent? Identitäts- und Erinnerungspolitiken sind in hohem Maße, so die These, von Geschlechterbildern unterschiedlicher Provenienz geprägt.  Der Vortrag nimmt in erster Linie Phänomene und Entwicklungen des Ravensbrück-Gedächtnisses im deutschsprachigen Raum in den Blick und diskutiert Geschlechterbilder in der Literatur, der Denkmalskunst und der Praxis des Gedenkens.

Ort: Feministische Bibliothek MONAliesA Leipzig, Haus der Demokratie, Bernhard-Göring-Straße 152, 04277 Leipzig

 

 

Freitag, 10 .Juni – Samstag, 11. Juni 2016

Kolloquium

28. Arbeitstreffen Forschungen zum Konzentrationslager Ravensbrück unter Einbeziehung der Kategorie „Geschlecht“: Aktuelle Perspektiven in der Konzentrationslager-Forschung. Geschlechtersensible und akteurszentrierte Ansätze

Das „Arbeitstreffen Forschungen zum Konzentrationslager Ravensbrück unter Einbeziehung der Kategorie ‚Geschlecht‘“ ist aus der im Herbst 1995 gegründeten „Internationalen Frauenforschungsgruppe Ravensbrück – FU Berlin“ hervorgegangen und wurde im Dezember 1997 erstmals im Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin organisiert. Seit Juli 2003 finden die Arbeitstreffen im Friedenszentrum Martin-Niemöller-Haus in Berlin statt. Seit März 2011 fungiert die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück als Veranstalter bzw. Kooperationspartner des Arbeitstreffens.

Im Laufe der Jahre haben sich die Arbeitstreffen zu einem lebendigen Ort des Austausches zwischen Gedenkstättenmitarbeiter/innen, Wissenschaftler/innen und Vertreter/innen von Überlebendenverbänden entwickelt, die zu verschiedenen Themenbereichen arbeiten, die mit der Geschichte des Konzentrationslagers Ravensbrück verknüpft sind. Das letzte Arbeitstreffen zur Ravensbrück-Forschung fand im März 2012 in der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin statt.

Das 28. Arbeitstreffen macht zwei methodische Zugänge der aktuellen Konzentrationslager Forschung zum zentralen Thema: „Geschlechtersensible und akteurszentrierte Ansätze“. Vor allem zum Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück wurden in den letzten Jahren zahlreiche geschlechtersensible Forschungsarbeiten veröffentlicht. Die Geschlechterbegriffe, die diesen Studien zugrunde liegen, sollen kritisch diskutiert und damit die Potentiale unterschiedlicher Geschlechterbegriffe für laufende oder geplante Forschungsprojekte ausgelotet werden. Zugleich kann man in der Konzentrationslager-Forschung eine zunehmende Tendenz erkennen, einfache Täter-Opfer-Dichotomien oder starre organisations- und strukturgeschichtliche Modelle zu überwinden. Das SS-Personal und die KZ-Gefangenen werden heute eher als Akteur/innen in einem sozialen Raum begriffen, der zwar durch Machtasymmetrien und Gewaltverhältnisse geprägt war, dessen Konturen sich aber als durchaus flexibel erwiesen.

Ziel des Arbeitstreffens ist es, die Methoden und Ergebnisse dieser geschlechtersensiblen und akteurszentrierten Ansätze in der Konzentrationslager-Forschung zusammenzutragen und zu diskutieren. Damit soll auch der Austausch zwischen Gedenkstättenmitarbeiter/innen und wissenschaftlich Forschenden durch eine Verzahnung theoretischer Reflexionen und empirischer Forschungsbefunde vertieft werden. Theoretisch durchdachte Geschlechter- und Akteursbegriffe werden damit gleichermaßen für Ausstellungs-, Forschungs- und pädagogische Projekte fruchtbar gemacht.

Veranstalterin: Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Kooperationspartner: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin.

Mit freundlicher Unterstützung des Internationalen Freundeskreises der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück e.V., der Heinrich-Böll-Stiftung und der Dr. Hildegard Hansche Stiftung

Konzipiert und organisiert von Doreen Eschinger, Berlin; Janna Lölke, Berlin; Johannes Schwartz, Mainz 

Ort: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide, Britzer Str. 5, 12439 Berlin

Kontakt und Bewerbung: janna.loelke@web.de (bis 29. Mai  2016)

Zum Programm als Download...

 

 

16. Juni 2016, 19 Uhr | Ravensbrück außer Haus

“Die Lesben waren wirklich sehr grausam.“ Nachdenken über Homophobie, Queers und transgressive Sexualität während des Holocaust
Wie kommt es, dass sich unter den zehntausenden Zeugnissen der Holocaustüberlebenden keine einzige jüdische homosexuelle Stimme befindet? Es gab schwule und lesbische jüdische Deportierte; sie durften allerdings kein Zeugnis hinterlassen. Dieser Vortrag denkt über die manifeste Homophobie in den Überlebendenerinnerungen nach, die bis heute diktiert, was erzählt, in Archiven gesammelt und von den Historiker_innen erforscht werden darf, und was dies für das Schreiben der queeren Geschichte heißt.
Die Referentin Dr. Anna Hájková (Foto) ist Assistant Professor an der University of Warwick, Großbritannien. Dr. Corinna Tomberger, Kunst- und Sozialwissenschaftlerin, HU Berlin, moderiert den Vortrag mit anschließender Diskussion.

Ort: Schwules Museum*, Lützowstr. 73, 10785 Berlin
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.

Freitag, 24. Juni 2016, 11:30 Uhr

Ausstellungseröffnung

»Ravensdruck«

Diese Ausstellung bildet den Abschluss einer fünftägigen Projektwoche von Schülerinnen und Schülern der Ernst Litfaß-Schule (Oberstufenzentrum Mediengestaltung und Medientechnologie) aus Berlin. Das von der Dr. Hildegard Hansche-Stiftung und dem Internationalen Freundeskreis der Gedenkstätte geförderte Kooperationsseminar fand in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Mit der Druckpresse im Gepäck haben sich die Schülerinnen und Schüler in dieser Woche intensiv mit der Geschichte Ravensbrücks auseinandergesetzt. Im Mittelpunkt standen dabei von Häftlingen angefertigten Zeichnungen und Miniaturgegenständen, die als Inspirationsquellen für eigene künstlerische Gestaltungen mit der Druckpresse dienten. Die Ergebnisse dieser kreativen Projektwoche werden in der Ausstellung präsentiert.

Ort: Besucherzentrum der Gedenkstätte

 

 

Samstag, 25. Juni 2016, 14 Uhr
Ausstellungseröffnung

Kriegsgefangene Rotarmistinnen im KZ. Sowjetische Militärmedizinerinnen in Ravensbrück

Begrüßung: Dr. Insa Eschebach, Leiterin der Gedenkstätte Ravensbrück

Einführung: Dr. Ramona Saavedra Santis, Co-Kuratorin der Ausstellung

Vortrag: Jens Nagel, Leiter der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain

 Wege nach Ravensbrück. Rotarmistinnen im Kriegsgefangenenlager Zeithain

Ort: Großes Foyer in den Garagen

 

Donnerstag, 30. Juni 2016, 9-17 Uhr

Infotag »Gedenkstätten als Orte deutsch-polnischer Begegnungen«

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und das Deutsche Jugendherbergswerk Berlin-Brandenburg betreiben gemeinsam gedenkstättennahe Internationale Jugendbegegnungsstätten. Diese haben Erfahrungen in der Kooperation mit deutsch-polnischen Gruppen. Ihre Besuche in einer Gedenkstätte für die Opfer der deutschen nationalsozialistischen Verbrechen stellen eine große Herausforderung für die Jugendlichen und ihre Betreuerinnen und Betreuer dar. Sie erfordern eine besondere Vor- und Nachbereitung. Falls Sie bereits im Rahmen Ihrer schulischen Arbeit mit polnischen Partnerschulen Begegnungen durchführen oder initiieren möchten und Interesse an einem Gedenkstättenprojekt haben, möchten wir Sie zu einem Tagesseminar in die Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen einladen. Dort werden erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pädagogischen Dienste der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen und der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück Ihnen die Gedenkstätten, die Jugendbegegnungsstätten, Angebotsformate und Methoden für deutsch-polnische Begegnungsprojekte vorstellen. Darüber hinaus wird das Deutsch-Polnische Jugendwerk über sein Förderprogramm ‚Wege zur Erinnerung‘ informieren, mit dem bi- oder trilaterale Begegnungen an Gedenkstätten finanziell unterstützt werden können. Die Veranstaltung wird als Lehrerfortbildung anerkannt.

09.00   Beginn des Seminars

Begrüßung durch Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Leiter der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, und Alexander Fritzke, Vorsitzender des Verwaltungsrates des Deutschen Jugendherbergswerks Berlin-Brandenburg

09.30   Vorstellung gedenkstättenpädagogischer Angebote der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

   durch Stephanie Bohra und Katja Anders, Pädagogische Dienste der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

10.30   Vorstellung gedenkstättenpädagogischer Angebote der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

            durch Dr. Matthias Heyl, Pädagogische Dienste der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück      

11.30   Vorstellung des Förderprogramms des DPJW »Wege zur Erinnerung«

            durch Dorota Bastos, Deutsch-Polnisches Jugendwerk           

12.30   Mittagsimbiss

13.30   Begehung und Vorstellung der Jugendherberge Sachsenhausen | Internationale  Jugendbegegnungsstätte »Haus Szczypiorski«

            durch Carolin Herrmann, Herbergsleitung und Katja Anders, Pädagogische Dienste der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

14.30   Ideenbörse

15.30   Rundgang durch die Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

            durch Stephanie Bohra und Katja Anders, Pädagogische Dienste der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen  

17.00   Ende des Seminars

Seminarorte:::Besucherzentrum der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Straße der Nationen, 16515 Oranienburg, http://www.gedenkstaette-sachsenhausen.de

Haus Szczypiorski, Internationale Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen, Bernauer Str. 162, 16515 Oranienburg http://jh-sachsenhausen.jugendherbergen-berlin-brandenburg.de/de-DE/Portraet

Anmeldung und Rückfragen:  Um Anmeldung bis 24. Juni 2016 wird gebeten: Mail: anders@gedenkstaette-sachsenhausen.de oder telefonisch unter: 03301 200 203. Für Rückfragen erreichen Sie hier auch Katja Anders, Mitarbeiterin der Pädagogischen Dienste der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Zur Einladung...

 

Donnerstag, 7. Juli - Freitag, 8. Juli | Ravensbrück außer Haus

Musikalische Erinnerungsorte: Kunst und Widerstand in Lagern | Lieux de mémoire musicale : Création et résistance dans les camps

Die Leiterin der Gedenkstätte Ravensbrück, Dr. Insa  Eschebach, und die Leiterin der Museologischen Dienste der Gedenkstätte, Dr. Sabine Arend, beteiligen sich mit Vorträgen an dem Workshop der International Research Training Group Diversity an der Universität des Saarlandes. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.irtg-diversity.com/index.php?page=now-and-upcoming&article=180 

 

 

Sonntag, 17. Juli 2016, 14:30 Uhr

Themenführung

„Das Krankenrevier im  KZ Ravensbrück“

Dr. Sabine Arend, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Ravensbrück,   stellt in der Themenführung die Funktionsweise und Bedingungen eines Ortes vor, der  vom Wort her positiv assoziiert ist und in seiner Wirklichkeit ein Ort maßgeblicher Verbrechen war.   In der Ausstellung und im Gelände werden die entsprechenden Bezugspunkte gemeinsam besucht.

Diese Führung ist für TeilnehmerInnen unter 18 Jahren nicht geeignet. 

Treffpunkt: am Besucherzentrum der Gedenkstätte

Entgelt: 3 Euro, ermäßigt 2 Euro 

Samstag, 30. Juli 2016, 11 Uhr und 14 Uhr

Themenführung

»Täterschaft in Ravensbrück«

Thomas Kunz, Mitarbeiter der Pädagogischen Dienste der Gedenkstätte, begleitet Sie auf einem Rundgang zum Thema des weiblichen und männlichen SS-Personals.

Treffpunkt: am Besucherzentrum der Gedenkstätte

Entgelt:  3,- € | 2,- € (ermäßigt)

 

Samstag, 30. Juli 2016, 19 Uhr

Konzert des Landesjugendorchesters Mecklenburg-Vorpommern,

Solisten: Aurélie Franck (Mezzosopran), Martynas Levickis (Akkordeon)

Leitung: Stanley Dodds

Werke von Václav Trojan und Josef Suk sowie Auszüge aus der im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück entstandenen Operette „Le Verfügbar aux enfers“ von Germain Tillion

In Kooperation mit dem Landesmusikrat Mecklenburg-Vorpommern e. V., Kulturfeste im Land Brandenburg e. V. und der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Fürstenberg/Havel

Ort: Stadtkirche Fürstenberg an der Havel

Eintritt frei. Um eine Spende wird gebeten.

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Sonntag, 7. August 2016, 10.30 - 14 Uhr

Themenführung

»Der Lagerkomplex Ravensbrück – Frauen-Konzentrationslager, Männerlager, ›Jugendschutzlager Uckermark‹, Siemens« per Rad

Angelika Meyer, Mitarbeiterin der Pädagogischen Dienste der Gedenkstätte, begleitet Sie auf eine umfassende Fahrradtour über das historische Lagerareal.
Bitte bringen Sie Ihr eigenes Fahrrad mit.

Treffpunkt: am Besucherzentrum der Gedenkstätte

Entgelt:  3,- € | 2,- € (ermäßigt) 

Freitag, 19. August 2016, 18 Uhr

Buchvorstellung

Wolfram Adolphi: Hartenstein. Der Balte vom Werk, Berlin 2015.

Lesung und Gespräch mit Wolfram Adolphi

Der Ingenieur Hermann Hartenstein hat jahrzehntelang erfolgreich im größten Chemiewerk der DDR gearbeitet – und vorher im Zweiten Weltkrieg, auch in dem von der I.G. Farben errichteten Werk in Auschwitz.

Der Autor Wolfram Adolphi, Dr. phil., geboren 1951 in Leuna, ist wiss. Mitarbeiter des Bundestagsabgeordneten der LINKEN Roland Claus.

Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Ravensbrück in Zusammenarbeit mit  dem Kulturgasthof  Alte Reederei, Fürstenberg

Ort: Alte Reederei, Brandenburger Str. 38, 16798 Fürstenberg

 

 

Samstag, 20. August 2016, 10.30 - 14 Uhr

Themenführung

»Der Lagerkomplex Ravensbrück – Frauen-Konzentrationslager, Männerlager, ›Jugendschutzlager Uckermark‹, Siemens«

Dr. Matthias Heyl, Leiter der Pädagogischen Dienste der Gedenkstätte, begleitet Sie auf einen umfassenden Rundgang über das historische Lagerareal.

Treffpunkt: am Besucherzentrum der Gedenkstätte

Entgelt:  3,- € | 2,- € (ermäßigt) 

 

Montag, 22. August – Donnerstag, 25. August 2016

Ravensbrücker Generationenforum

Eine Veranstaltung der Dr. Hildegard Hansche Stiftung und der Gedenkstätte Ravensbrück, unterstützt von der Körber-Stiftung, Hamburg, und der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft
Anmeldung und Information:
paedagogik@ravensbrueck.de

 

 

 

Sonntag, 28. August - Freitag, 2. September 2016 

Europäische Sommeruniversität Ravensbrück
11. Europäische Sommer-Universität Ravensbrück

Lager im 20. Jahrhundert. Arbeit, Repression und Zwangsmigration in geschlechterhistorischer Perspektive.

Lager im 20. Jahrhundert – als Schauplätze des Ausschlusses, als Orte extremer sozialer und politischer Kontrolle und als Orte der Gewalt – sind Thema des 11. Sommer-Universität Ravensbrück. Funktionen der Internierung wie Repression, Zwangsarbeit, Umerziehung und Zwangsumsiedlung werden dabei aus geschlechterhistorischer Perspektive analysiert und diskutiert.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin, dem Lehrstuhl Deutsche Geschichte der Humboldt Universität zu Berlin und in Kooperation mit dem College der Leuphana Universität Lüneburg

Information: hier...

Anmeldung:  sommer-uni@ravensbrueck.de

 

 

Donnerstag, 15. September 2016, 9-16.30 Uhr | Ravensbrück außer Haus

13. Forum für zeitgeschichtliche Bildung der Arbeitskreise I und II der Berlin-Brandenburgischen Gedenkstätten in Berlin (in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Berlin)

Was hat das mit mir zu tun? Subjektorientierte Pädagogik in Gedenkstätten

Ort: Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, Lernort Stasi-Zentrale / „Haus 22“, Ruschestraße 103, 10365 Berlin

Im Auftrag der Arbeitskreise (AK) I und II der Berlin-Brandenburgischen Gedenkstätten richtet der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR das diesjährige „Forum für zeitgeschichtliche Bildung“ aus und lädt sie herzlich dazu ein. Wie kann, so die in der gesellschaftlichen Diskussion wie in Fachkreisen häufig aufgeworfene Frage, historisches Lernen nachhaltig konzipiert werden? Wie gelingt es, Lernende und Lehrende zu motivieren sowie Kenntnisse zu vermitteln und Kompetenzen zu entwickeln, die auch nach der Schulzeit zur Verfügung stehen? In geschichtsdidaktischen und lerntheoretischen Diskussionen wird auf die zentrale Rolle der Interessen, Motivationen, Vorstellungen und des Vorwissens Jugendlicher verwiesen. Erfolgreiche Konzepte für das Lernen sind dem zufolge solche, die das lernende Subjekt und seine Biografie von Anbeginn an konzeptionell stärker mitdenken. Angesichts der zunehmenden Heterogenität in den Lerngruppen erscheint ein solcher Ansatz nachgerade geboten. Aber auch die Freude an der Auseinandersetzung der Lehrkräfte mit den historischen Inhalten dürfte zum Lernerfolg beitragen. Wie können also Lehrkräfte in Lernkontexten als Subjekte ernst genommen werden? Die Umsetzung von Subjektorientierung und das respektvolle Aufgreifen von Diversität sinnvoll zu verknüpfen, ist eine spannende Zukunftsaufgabe der Geschichtsvermittlung an Schulen und Gedenkstätten.
Welche spezifischen Möglichkeiten in Bezug auf Themen und Methoden bietet die Zusammenarbeit zwischen Schule und Gedenkstätten, den Subjektbezug historischen Lernens zu profilieren? Wo liegen die besonderen Herausforderungen für einen solchen Subjektbezug in den Gedenkstätten, die Orte von besonderer Dignität sind? In den Workshops werden anschließend themenbezogene Projekte aus der Zusammenarbeit von Gedenkstätten und Schulen vorgestellt und diskutiert.

 

 

Donnerstag, 13. Oktober - Samstag, 15. Oktober 2016

Workshop

Verkehr mit Fremdvölkischen. Geschichte und Nachgeschichte des „Umgangsverbots“ mit Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern im Nationalsozialismus

»Verkehr mit Fremdvölkischen« Geschichte und Nachgeschichte des »Umgangsverbots« mit Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern im Nationalsozialismus
Etwa 7 Millionen Ausländerinnen und Ausländer, unter ihnen 1,9 Millionen Kriegsgefangene, sind im Laufe des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verbracht worden und wurden hier zur Zwangsarbeit eingesetzt. Die NSFührung betrachtete diesen Umstand als »volkstumspolitische Gefah»« und fürchtete um die »Blutreinheit des deutschen Volkes«: Sexuelle Kontakte zu »Fremdvölkischen« wurden unter Strafe gestellt. Etwa 3500 Frauen waren im KZ Ravensbrück aufgrund einer Beziehung zu einem Ausländer in Haft. Osteuropäer mit Beziehungen zu deutschen Frauen wurden in der Regel erhängt, ihre Partnerinnen öffentlich angeprangert und anschließend inhaftiert. Bei diesen wegen "verbotenen Umgangs"
verfolgten Frauen und Männern handelt es sich um eine bis heute weitgehend vergessene Haftgruppe. Thema der Tagung sind die Praktiken der Verfolgung und Stigmatisierung der Betroffenen wie auch die Haftbedingungen in den Konzentrationslagern, Arbeitserziehungslagern und weiteren Haftstätten. Der Fokus der Tagung liegt auf geschlechterhistorischen, biografie- und literaturgeschichtlichen Fragestellungen. Konzeption: Karin Brandes, Insa Eschebach, Gunnar Richter,
Beate Weiter
Veranstalterinnen: Gedenkstätte Ravensbrück | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Gedenkstätte Breitenau, Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert, Gedenkstätte und Museum Trutzhain
Gefördert durch Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg

 

 

Freitag, 11. November 2016, 10 bis 18 Uhr

Ravensbrück: Das Fotoalbum der SS - Ein Workshop zu Fragen der Bildgeschichte, der Restaurierung und der Rezeption.

In einem interdisziplinären Workshop soll das Album aus historischer, fotohistorischer und restauratorischer Perspektive analysiert werden, um neue Erkenntnisse zur Entstehung, Funktion und Bedeutung des Albums zu gewinnen.

Ort: Veranstaltungssaal in den Garagen

Dienstag, 22. November - Samstag, 26. November 2016

Die Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück als Bildungs- und Begegnungsorte.

Methodenseminar des Deutsch-Polnischen Jugendwerks und der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren deutsch-polnischer Jugendbegegnungen

Ort: Haus Szczypiorski, Internationale Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen, Bernauer Str. 162, 16515 Oranienburg

 

 

Donnerstag, 15. Dezember 2016, 18 Uhr
Ravensbrück Rückblicke 2016
: Bilder, Lesung, Musik
Benefizveranstaltung
Moderation: Dr. Jacqueline Boysen, Freie Journalistin, Berlin
Musikalische Begleitung: Ivana Bilej Brouková, Sopran, und Ursula Meyer, Klavier

Ort: Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin, Wilhelmstraße 44, 10117 Berlin

Um Anmeldung wird unter info@ravensbrueck.de gebeten. Aus Sicherheitsgründen halten Sie bitte ein gültiges Ausweisdokument bereit. Einlass zur Veranstaltung ab 17.30 Uhr. Anreise: U-Bahn Mohrenstraße, Linie U2 oder Bus M 48.

Zur Einladung und zum Programm...