Rundgang


Barrierefreiheit | Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück ist leider derzeit nur bedingt barrierefrei zu nennen. Sie verfügt über behindertengerechte Parkplätze (am Besucherzentrum) und Toiletten (im Besucherzentrum). Nur zum Teil sind derzeit Ausstellungen und Seminargebäude durch Lift und Rampen für RollstuhlfahrerInnen erreichbar. In der Umsetzung der Zielplanung der Gedenkstätte stehen eine Reihe baulicher Maßnahmen an, die einen barrierefreien Zugang auch der Hauptausstellung und der Sammlungsbereiche erleichtern sollen. Das historische Lagergelände ist-soweit bislang zugänglich-mit Schlacke belegt. Um das Begehen und das Befahren mit Rollstühlen zu erleichtern, sind dort Wege mit feinerer Schlacke angelegt worden. Die Pädagogischen Dienste der Gedenkstätte sind jedoch auf die Begleitung von Gruppen und Personen etwa Sehbehinderter oder Gehbehinderter vorbereitet. In Zusammenarbeit mit dem Fürstenberger Förderverein der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück und Jugendlichen sind erste tastbare Modelle und ein interaktives, tastbares Modell entstanden, die für die Gruppenbetreuung zur Verfügung stehen.


Zur Orientierung im Gelände finden Sie hier ein Planelement und Erklärungen zu den markierten Punkten. Dieses Element der Website wird noch überarbeitet. Sie finden Plan und Erklärungen auch im Downloadbereich als PDF-Datei herunterladbar... 



1 Besucherzentrum | (seit 2007)


Im 2007eröffneten Besucherzentrum finden die Besucherinnen und Besucher Informationen zur Gedenkstätte und ihren Angeboten. Darüber hinaus dient das Gebäude als Ausgangspunkt für Rundgänge und Führungen. Im Buchverkauf wird Literatur zur Geschichte des Lagerkomplexes Ravensbrück und der Nachkriegsgeschichte des Areals sowie zur NS-Geschichte allgemein angeboten. Ein Modell des ehemaligen Lagerkomplexes dient der ersten Orientierung.


2 »Kommandantur« | (1940-45)


Sitz der SS-Lagerleitung und der Verwaltung des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück. Im Erdgeschoss befanden sich die »Politische Abteilung« und Postzensur sowie die »Abteilung Lagerarzt«, im Obergeschoss die Räume des Kommandanten und seines Adjutanten, die Kommandanturschreibstube und andere Teile der Lagerverwaltung. Nach der Befreiung des Lagers im April 1945 nutzten die sowjetischen Streitkräfte das Kommandanturgebäude bis 1977. Seit 1984 dient es der Gedenkstätte als zentraler Ausstellungsort. Derzeit sind im Obergeschoss die Ausstellungen »Ravensbrück. Topografie und Geschichte des Frauen-KZ« und »Ravensbrückerinnen« zu sehen.


3 Wasserwerk | (1940-45) | das Gebäude ist im Inneren nicht zugänglich 


In diesem Gebäude waren neben dem Wasserwerk Fahrerunterkünfte, Garagen und Werkstattraume sowie die Telefon- und Telegrafenstation der SS untergebracht. Im Dachgeschoss befand sich zeitweise die »Effektenkammer« des Frauenkonzentrationslagers. In unmittelbarer Nahe des Lagereingangs befand sich die SS-Kantine für Aufseherinnen, SS-Personal und Zivilbeschäftigte. Die SS-Kantine war durch einen Zaun vom übrigen Lagerbereich abgetrennt.


4 Garagentrakt | (1940-45)


Der 1940-42 errichtete Bau umfasste ein Kraftfahrzeugdepot, Garagen, Reparaturwerkstätten und einen Kinoraum für SS-Angehörige. 1945-77 wurden die Gebäude ausschließlich durch die sowjetischen Streitkräfte genutzt.


5 Lagertor und Wachhaus | (1939-45)


Neben dem Tor zum Häftlingslager gab es für das Wachpersonal eine separate Pforte. Das Wachhaus diente zur Kontrolle aller ein- und ausgehenden Personen, insbesondere der Häftlingskolonnen. 1943/44 wurde die noch erhaltene Steintoranlage errichtet, die mit dem dahinter liegenden, nicht mehr vorhandenen Haupttor eine Schleusensituation bildete. Die Toranlage wurde in der Zeit der Nutzung des Lagerareals durch die sowjetischen resp. GUS-Streitkräfte 1945-94 erheblich verändert.



6 Häftlingslager | (1940-45)


Der Kernbereich des Lagers bestand zunächst aus einer Lagerstraße und zwei Barackenreihen für bis zu 3.000 Häftlinge. Ab 1940 wurde es um den »Industriehof« [22] und das »Neue Lager»« [25] erweitert. 1945 umfasste das gesamte Frauenlager fünf Barackenreihen an vier Lagerstraßen. Die Lagerstraßen 2-4 wurden durch Pappeln begrenzt. Durch die sowjetische Nachnutzung sind viele Spuren aus der Lagerzeit zerstört worden. Seit dem Jahr 2000 sind die Umrisse der einstigen Barackenstandorte im Bereich der ersten zwei Barackenreihen durch Vertiefungen im Boden markiert.


7 SS- Kantine | (1939/40-45)


In unmittelbarer Nahe des Lagereingangs befand sich die SS-Kantine für Aufseherinnen, SS-Personal und Zivilbeschäftigte. Die SS- Kantine war durch einen Zaun vom übrigen Lagerbereich abgetrennt.


8 Wirtschaftsgebäude | (1939-45)


In dem eingeschossigen Wirtschaftsgebäude waren die Häftlingsküche und das Häftlingsbad untergebracht. Aufgrund der dort stattfindenden entwürdigenden Aufnahmeprozedur der Haftlinge hat das Bad in der Erinnerung vieler Überlebender eine zentrale Bedeutung. Mauerreste, der Boden des Häftlingsbads und die Keller

werden heute durch eine Umfassung und Abdeckung geschützt.


9 Appellplatz | (1939-45)


Der große, von Wirtschaftsgebäude, Barackenlager und Zellenbau begrenzte Platz diente zur Formierung der Arbeitskolonnen und war Ort der Strafappelle.


10 Lagerstraße 1 | (1939-45)

Seit Mai 1939 wurden beidseitig der Lagerstraße 1 Häftlinge in Baracken untergebracht. Die Linden wuchsen aus Setzlingen, welche die Lagerstraße auf beiden Seiten säumten.



11 Baracken, Krankenrevier | (1939-45)


12 Arbeitseinsatz- Büro | (1943-45)


Ab November 1942 setzte die SS Häftlinge für die Erledigung der im »Arbeitseinsatz« anfallenden Schreibarbeiten ein. Anfang 1943 wurde das Arbeitseinsatzbüro von der Kommandantur ins Lagerinnere verlegt. Ab Anfang 1944 arbeiteten 40 bis 50 weibliche Häftlinge in drei Schichten dort. Hier wurden die Häftlingsarbeitskommandos zusammengestellt.


13 Baracken ( Block 1-4) | (1942-45)

In den Blocken 1 bis 4 waren Häftlinge untergebracht, die in den Bereichen Revier, SS-Verwaltung, SS- und Häftlingsküche arbeiteten. Diese Blocke wurden sauber gehalten, nicht überbelegt und mit blauweiß-gestreifter Bettwäsche ausgestattet. Die SS sorgte hier für bessere hygienische Bedingungen, weil sie mit diesen Häftlingen auf engstem Raum zusammenarbeitete und die Gefahr einer Ansteckung mit Typhus und anderen Epidemien zu verringern suchte.


14 Baracken | (1939-45) | Krankenrevier (Block 5-7) | (1945)


15 Baracken | (1939-42) | Revierbaracken (Block 8-11) | (1944-45)


Aufgrund der sich verschlechternden hygienischen Bedingungen bei zunehmender Belegung des Lagers erkrankten 1944 und 1945 viele Häftlinge an Typhus, Diphtherie, Tuberkulose und Krätze. Die SS ließ daraufhin Wohnbaracken in der zweiten Barackenreihe zu Revierbaracken umwandeln. Diese Krankenblöcke entwickelten sich zunehmend zu Sterbezonen.


16 Baracke (Block 9) | (1939-45)


Bis Oktober 1942 waren in diesem so genannten Judenblock jüdische Frauen untergebracht. Nach ihrem Abtransport zur Vergasung in der »Heil- und Pflegeanstalt Bernburg« und nach weiteren Transporten ins Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz existierte kein gesonderter »Judenblock« mehr.Mitte 1944 wurden

Block 9 und 11 Krankenblöcke.


17 Baracke ( Block 10) | (1944/45) | Tuberkuloseblock | (1939-45)


In Block 10 wurden Tuberkulosekranke untergebracht. Ein Teil der Baracke, der von der SS »Idiotenstübchen« genannt wurde, diente der Aufnahme von Häftlingen, die den Bedingungen der Lagerhaft psychisch nicht stand hielten. Der größte Teil der hier untergebrachten Frauen starb nach kurzer Zeit oder wurde von den SS-Ärzten zur Vernichtung ausgewählt.


18 Baracke ( Block 11) | (1939-45) 


Bis Oktober 1942 waren in diesem so genannten Judenblock jüdische Frauen untergebracht. Nach ihrem Abtransport zur Vergasung in der »Heil- und Pflegeanstalt Bernburg« und nach weiteren Transporten ins Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz existierte kein gesonderter »Judenblock« mehr. Mitte 1944 wurden Block 9 und 11 Krankenblöcke.



19 »Neue Wäscherei« | (1943/44-45)| die Gebäude sind im Inneren nicht zugänglich 


Die 1943/44 außerhalb der nördlichen Lagermauer errichteten Steingebäude werden in Aussagen ehemaliger Häftlinge als »Pathologie« und »Desinfektion« oder als »Neue Wäscherei« bezeichnet. Ihr genauer Verwendungszweck ist unbekannt. Beide Steinbaracken wurden nach 1945 durch die sowjetischen Streitkräfte baulich stark verändert. 1945-94 waren im linken Gebäude Küche und Speisesaal für die sowjetischen Soldaten untergebracht; das rechte Gebäude wurde für medizinische Zwecke und als Apotheke genutzt.


20 »Strafblock« | (1939-45)


Im Juni 1939 wurde ein Block der ersten Barackenreihe zum Strafblock erklärt und mit einem Drahtzaun vom übrigen Lagergelände abgetrennt. Die Lebensbedingungen im Strafblock waren durch ständige Überbelegung, Essensentzug und besonders harte Arbeit erschwert.


21 Transformatorenhäuschen | (1943/44-45)| das Gebäude ist im Inneren nicht zugänglich 


Das so genannte Trafohäuschen war eines der ersten Gebäude, die mit der Lagermauer und den beiden Barackenreihen entstanden. Es diente zur Stromversorgung des Lagerkomplexes.


22 Industriehof | (1940-45)


1940 wurden die ersten Gebäude fertig gestellt, in denen Häftlinge Häftlingskleidung und später auch Uniformen für die SS herstellen mussten. Bis 1945 entstanden weitere Gebäude, die zur SS-eigenen »Gesellschaft für Textil- und Lederverwertung mbH (Texled), Werk Ravensbrück« gehörten. Darunter waren Schneidereien, Webereien, Kürschnerei, Reißerei und ein Verwaltungsgebäude.


23 »Schneiderei« | (1942-45) | das Gebäude ist von Oktober bis April im Inneren nicht zugänglich 


Dieser Gebäudekomplex, »Mechanische Werkstätten« oder »Schneiderei« genannt, besteht aus acht miteinander verbundenen Werkhallen. Nach seiner Fertigstellung im Jahre 1942 war dies einer der zentralen Orte der Zwangsarbeit im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Der heutige Zustand geht auf Instandsetzungsarbeiten der Jahre 1999/2000 zurück. Hier befindet sich eine Ausstellung zu den Bedingungen der Zwangsarbeit.


24 Männerlager | (1941-45) | das Gelände ist derzeit noch nicht zugänglich 


Einen Teil des Lagerkomplexes Ravensbrück bildete das Männerlager, in dem 1941-45 etwa 20.000 Männer inhaftiert waren. Es unterstand dem Kommandanten des Frauenlagers. Auf diese Weise sicherte sich die SS für den ständigen Ausbau des Lagerkomplexes und seiner Nebenlager ein Arbeitskräftereservoir an männlichen Häftlingen.



25 »Neues Lager« | (1940-45)| das Gelände ist derzeit noch nicht zugänglich 


Das Frauenlager wurde mehrfach erweitert. Die ersten Baracken des »Neuen Lagers« wurden im Spätsommer 1940 fertig gestellt. Die Bauarbeiten der 4. und 5. Barackenreihe gingen bis weit in das Jahr 1944. Anfangs waren beide Lagerteile durch eine Mauer getrennt, die im Ausbauprozess allmählich durchbrochen und später abgerissen wurde.


26 Zellenbau | (1940-45)


Der Zellenbau, von den Häftlingen auch »Bunker« genannt, war ein fester Bestandteil des lagereigenen Strafsystems sowie Ort besonderen Terrors. Er bestand aus 78 Zellen. Mit Gründung der Gedenkstätte 1959 wurde in diesem Gebäude das erste Museum eingerichtet. 2006 wurde die neue Dauerausstellung »Ravensbrück. Der Zellenbau« zu seiner Geschichte eröffnet, die auch die Entstehungsgeschichte der Gedenkräume erläutert.


27 Mahn- und Gedenkstätte | (seit 1959)


1959 wurde die »Nationale Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück«eröffnet. Sie umfasste das Krematorium, den Zellenbau, einen Teil der historischen Lagermauer mit dem davor angelegten Gräberfeld, eine Tribüne und das Mahnmal mit Treppenanlage am Ufer des Schwedtsees. Zur künstlerischen Gestaltung gehören die von Will Lammert geschaffene Skulptur »Tragende« und die Figurengruppe hinter dem Krematorium. Durch einen Mauerdurchbruch gelangten die Besucher in den als Museum genutzten Zellenbau.


28 Krematorium | (1943-45)


Zunächst wurden die Toten im städtischen Krematorium in Fürstenberg eingeäschert. Im Frühjahr 1943 lies die SS ein Krematorium außerhalb der Lagermauer errichten, das im Herbst 1944 erweitert wurde.


29 Gaskammer | (1944-45)


Ende des Jahres 1944 lies die SS in einer neben dem Krematorium gelegenen Baracke eine Gaskammer einrichten. Hier wurden von Januar bis April 1945 etwa 5. 000 bis 6. 000 Haftlinge ermordet. Auf Wunsch des Internationalen Ravensbrück-Komitees wurde der Standort der Gaskammer 1991 durch einen Gedenkstein markiert.



30 Gräberfeld | (seit 1959)


Mitte der 1950er Jahre begann man mit der Umbettung von Toten, die im Zuge der Befreiung des Frauenkonzentrationslagers in verschiedenen Massengrabern beigesetzt worden waren. Das neue Gräberfeld wurde am Fuß der »Mauer der Nationen« angelegt und mit Rosen bepflanzt. 1986 kam ein Gedenkstein zur Erinnerung an die ermordeten jüdischen Haftlinge hinzu; 1995 folgte ein Gedenkstein zur Erinnerung an die ermordeten Sinti und Roma.


31 Erschießungsgang | (1959)


1959 wurde an dieser Stelle ein Gedenkstein errichtet. Er erinnert an die Erschießung von vielen Frauen und Männern, die von einem SS-Sonderkommando erschossen wurden. 1946 sagte dazu der ehemalige Häftling im Krematoriumskommando Horst Schmidt aus: »Es fuhr ein Wagen vor, dem jeweils 2 Frauen entstiegen. Sie wurden bei vollkommener Dunkelheit von SS-Wachmannschaften in den Hof zu einem Kugelfang geführt (...) und von zwei SS-Leuten ins Genick geschossen.«


32 Siemens & Halske (Siemens- Lager) | (1942-45)| das Gelände ist derzeit noch nicht zugänglich 


Die Firma Siemens & Halske errichtete 1942-44 Produktionsstätten in der Nahe des Frauenkonzentrationslagers. In den 20 Werkhallen leisteten weibliche Häftlinge Zwangsarbeit. Ab Dezember 1944 waren sie in einem separaten Wohnbarackenlager untergebracht.


33 Zeltstandort | (1944/45) | das Gelände ist derzeit noch nicht zugänglich 


Im August 1944 ließ die SS zwischen Block 24 und 26 ein Zelt errichten, in dem zeitweise über 4.000 Häftlinge zusammengepfercht wurden.


34 Transporte | (1939-45)


Der Lagerkomplex Ravensbrück war an das Streckennetz der Deutschen Reichsbahn angeschlossen. Die Schienenanlagen und Rampen dienten vornehmlich der Anlieferung von Gütern, die in den SS-eigenen Betrieben sortiert und weiterverarbeitet werden sollten. Die noch erhaltenen so genannten Beutegutbaracken nutzte man zur Zwischenlagerung. Im Jahr 2005 wurde in der Nähe ein rekonstruierter Güterwaggon aufgestellt; eine Ausstellung informiert über Transporte nach Ravensbrück.



35 »Jugendschutzlager Uckermark« | (1942-45)| das Gelände ist derzeit nicht zugänglich 


1941-42 wurde mit der Errichtung des »Jugenderziehungslagers« bzw. »Jugendschutzlagers Uckermark« begonnen. Mitte 1944 umfasste es etwa 15 Baracken. Das Lager unterstand dem Kommandanten des Frauenkonzentrationslagers. Etwa 1.000 Mädchen und junge Frauen waren dort unter Bedingungen inhaftiert, die sich von denen des Frauenkonzentrationslagers kaum unterschieden. Ab Dezember 1944 wurde das Jugendlager schrittweise geräumt und in der Folge als Selektions- und Sterbelager des Konzentrationslagers genutzt.


36 SS-Siedlung | (1940-45)


Die ehemalige SS-Siedlung bildet die hierarchischen Verhältnisse innerhalb der SS ab: Sie umfasste unter anderem vier Einfamilienhäuser für ranghohe SS- Angehörige (»Führerhäuser«), zehn Zweifamilienhäuser für Angehörige der mittleren Range (»Unterführerhäuser«) sowie acht Gebäude, in denen Aufseherinnen wohnten. Nach der Befreiung dienten sie bis 1994 überwiegend Angehörigen der sowjetischen bzw. GUS-Streitkräfte als Unterkunft. Seit 2002 befindet sich in den Unterkünften der Aufseherinnen die Internationale Jugendbegegnungsstätte / Jugendherberge Ravensbrück. In einem der Aufseherinnenhäuser sind die Pädagogischen Dienste der Gedenkstätte [36a] untergebracht, im Haus daneben [36b] die Ausstellung »Im Gefolge der SS: Aufseherinnen des Frauen-KZ Ravensbrück«. Ab Ende 2009 wird in einem der ehemaligen »Führerhäuser« [36c] eine Ausstellung zum männlichen SS- Personal gezeigt.


37 Häftlingslager | (1940-45)


Eine Außenansicht auf den früheren Kernbereich des Lagers. Es bestand zunächst aus einer Lagerstraße und zwei Barackenreihen für bis zu 3.000 Häftlinge. Ab 1940 wurde es um den »Industriehof« [22] und das »Neue Lager»« [25] erweitert. 1945 umfasste das gesamte Frauenlager fünf Barackenreihen an vier Lagerstraßen. Die Lagerstraßen 2-4 wurden durch Pappeln begrenzt. Durch die sowjetische Nachnutzung sind viele Spuren aus der Lagerzeit zerstört worden. Seit dem Jahr 2000 sind die Umrisse der einstigen Barackenstandorte im Bereich der ersten zwei Barackenreihen durch Vertiefungen im Boden markiert.


38 Haltepunkt Ravensbrück | (1941-45) 


Die meisten Häftlinge erreichten den Lagerkomplex Ravensbrück über den Güterbahnhofsbereich am Bahnhof Fürstenberg. 1941 wurde auf der heute nur noch von Draisinen befahrenen Strecke nach Lychen/Templin ein eigener »Haltepunkt Ravensbrück« eingerichtet.



Außerhalb des Planelements befinden sich 


39 Supermarkt | (1991)


Im Sommer 1991 geriet Fürstenberg mit dem Bau eines Supermarktes an der Zufahrt zur Gedenkstätte in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit. Daraufhin wurde das Gebäude nicht als Supermarkt genutzt und steht seit seiner Fertigstellung leer.


40 »Müttergruppe« | (seit 1965)


1965 wurde die Skulptur »Muttergruppe« (Bronze) des Bildhauers Fritz Cremer eingeweiht.


41 Bahnhof Fürstenberg | (1939-45)


Der Güterbahnhofsbereich des Bahnhofs Fürstenberg war von 1939 bis 1945 Ort für den An- und Abtransport von Häftlingen des Konzentrationslagers Ravensbrück.


 

Das verwendete Planelement wurde von unit-design, Frankfurt/M., für das Faltblatt erstellt und für die Website zur Verfügung kostenfrei gestellt.