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Juni 2009 | Internationaler
Freundeskreis Ravensbrück mit neuem Vorstand
Am
26. Juni 2009 wählte der Internationale Freundeskreis der Mahn- und Gedenkstätte
Ravensbrück e.V. in Berlin auf einer außerordentlichen
Mitgliederversammlung mit großer Mehrheit den Berliner Diplomchemiker Dr.
Peter Plieninger zu seinem neuen Vorsitzenden. Außerdem wurden Johanna
Kootz (Berlin) als Schriftführerin, Dr. Gisa Spieler (Berlin) als
Schatzmeisterin und Thomas Kraus (Neustrelitz) als Beisitzer jeweils mit
deutlicher Mehrheit neu in den Vorstand gewählt. Zuvor hatten die anwesenden
Vereinsmitglieder ebenfalls mit großer Mehrheit einen Antrag des alten
Vorstandes abgelehnt, wonach die amtierende Leiterin der Gedenkstätte nicht
mehr automatisch dem Vorstand des Vereins angehört hätte.
Der Vereinsvorsitzende Dr. Peter Plieninger, 1947 in Heidelberg geboren, beschäftigte sich schon früh - unter anderem im Rahmen von Lehraufträgen - mit der Rolle der chemischen Industrie im Nationalsozialismus. Nach der Tschernobyl-Katastrophe hat er sich beim Aufbau des Vereins »Aktiv gegen Strahlung e. V.« engagiert und seit 2007 ist er im Vorstand von Kontakte- Kontakty e.V. tätig. Dieser Verein kümmert sich unter anderem um ehemalige Zwangsarbeiter, die als Kriegsgefangene nach Deutschland verschleppt und nicht entschädigt wurden.
Johanna Kootz (Schriftführerin) wurde 1942 geboren. Sie ist Diplom-Bibliothekarin und Diplom-Soziologin. Sie war Assistentin am Institut für Soziologie der FU Berlin bis 1977, seit 1974 Mitglied der Initiative für das erste Frauenhaus in Deutschland und 1977-1980 Mitarbeiterin der wissenschaftlichen Begleitung des 1. Frauenhauses Berlin. Von 1981 bis 2005 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung an der FU Berlin (ZE).Frau Kootz begann ihre Zusammenarbeit mit der Mahn- und Gedenkstätte 1995 anlässlich des deutsch-israelischen Projekts »Victims and Survivors. Jewish Women Prisoners in Ravensbrück Concentration Camp During and After World War II«, (Univ. Tel Aviv/ FU Berlin). In den folgenden Jahren bot sie am Otto-Suhr-Institut der FU Lehrveranstaltungen und Projektkurse zu Geschlechterbeziehungen im NS und zum Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück an, zu denen auch ehemalige Häftlinge eingeladen wurden. Seit 1997 gehört sie zu der Gruppe, die halbjährlich Arbeitstreffen zur »Forschung zum Frauen - Konzentrationslager Ravensbrück« durchführt. Frau Kootz beteiligt sich seit 2005 an der Planung und Konzeption der Europäischen Sommeruniversität Ravensbrück. Seit mehreren Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit der Geschichte der italienischen Häftlinge in Ravensbrück und begleitet italienische BesucherInnen und Schülergruppen während ihres Aufenthalts in der Gedenkstätte. Sie ist Herausgeberin der deutschen Ausgabe des Buches »L’esile filo della memoria« von Lidia Beccaria Rolfi, das unter dem Titel »Zurückkehren als Fremde. Von Ravensbrück nach Italien: 1945-1948« im Metropol Verlag Berlin 2007 erschienen ist. Dieses Vorhaben konnte Frau Kootz mit Geld aus dem »Margherita-von-Brentano-Preis der FU Berlin« finanzieren, der ihr 2005 verliehen wurde.
Dr.
Gisa Spieler (Schatzmeisterin) wurde 1952 in
Potsdam geboren und studierte an der
philosophischen Fakultät der Leningrader Universität (heute Sankt
Petersburg). Während eines sechsjährigem Aufenthalt in Frankreich arbeitete
sie an ihrer Dissertation zur Kommunalpolitik in Frankreich. Nach
der Vereinigung erlangte sie die Zusatzqualifikation zur Betriebswirtin. Sie
arbeitete u.a. als Koordinatorin für Öffentlichkeitsarbeit
im Verein Amcha Deutschland e.V. zur Unterstützung von Holocaustüberlebenden
in Israel. Seit 1996 ist
Frau Spieler Geschäftsführerin der Dr. Hildegard Hansche Stiftung,
die mit dem Stiftungsvermögen einer Ravensbrück-Überlebenden Projekte fördert,
in denen sich Jugendliche mit dem Nationalsozialismus - insbesondere mit dem
ehemaligen Frauen-KZ Ravensbrück - auseinandersetzen und Überlebende
treffen. In dieser Funktion ist sie
verantwortlich für die laufende Verwaltung der Stiftung bis zur Erstellung
des Jahresabschlusses und für die Vorbereitung und Umsetzung der
Entscheidungen des Vorstandes über die Vergabe von Fördermitteln. Zugleich übernimmt sie organisatorische und inhaltliche Aufgaben zur Vorbereitung
und Durchführung eigener Projekte und Veranstaltungen der Stiftung. So ist
Frau Spieler verantwortlich für die Einladung und Betreuung der Überlebenden
bei dem seit fünf Jahren jährlich von der Dr. Hildegard Hansche Stiftung
gemeinsam mit den Pädagogischen Diensten der Mahn- und Gedenkstätte
Ravensbrück veranstalteten Ravensbrücker Generationenforum.
Thomas
Kraus (Beisitzer), Jahrgang 1962, studierte Tierproduktion an
der Universität Leipzig.
Seit 1989
selbstständig, studierte er Hotelbetriebswirtschaft und ist Mitinhaber des Hotels
Schlossgarten in Neustrelitz.
Er
lebt in der Nähe von Fürstenberg/Ravensbrück und ist selbst Angehöriger
einer Gruppe, die in der NS-Zeit verfolgt wurde.





Dr. Peter Plieninger, Johanna Kootz, Dr. Gisa Spieler, Thomas Kraus, Dr. Insa Eschebach
Nach seiner Wahl erklärte
Peter Plieninger:
»Ich sehe die Schwerpunkte meiner Arbeit darin, die Gedenkstätte Ravensbrück
bei dem jetzt begonnen schwierigen Prozess der Sanierung und Neugestaltung tatkräftig
zu unterstützen. Das gilt besonders für die neue Hauptausstellung, die
Erweiterung des Gedenkstättengeländes und die pädagogische Arbeit,
beispielsweise beim Generationenforum. Wir wollen uns weiterhin um die
Einwerbung von Drittmitteln bemühen, vor allem um Begegnungen mit Überlebenden
zu ermöglichen. Außerdem wollen wir die Ideen und Kompetenzen aus dem Kreis
der Mitgliederschaft für die inhaltliche Arbeit der Gedenkstätte nutzen.« Gedenkstättenleiterin
Dr. Insa Eschbach erklärte dazu: »Ich freue mich auf
die Zusammenarbeit mit meinen neuen Vorstandskollegen und hoffe, dass wir viele
Projekte gemeinsam realisieren können, zum Beispiel im Rahmen des 65.
Jahrestages der Befreiung im nächsten Jahr.«
Veranstaltungsarchiv
Freitag, 26. Februar 2010, 15 Uhr / 17 Uhr | Ravensbrück außer Haus
Mitgliederversammlung des Internationalen Freundeskreis der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
mit einer Führung durch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand durch deren Leiter, Prof. Dr. Johannes Tuchel (15 Uhr)
Ort: Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Stauffenbergstraße 13 - 14 (Eingang über den Ehrenhof), 10785 Berlin-Mitte
Information und Anmeldung: info@ravensbrueck.de