Wanderausstellungen


Wir möchten Ihnen hier die drei aktuellen Wanderausstellungen der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück vorstellen:


Stationen der Wanderausstellungen


2008 | »Jüdische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück« 


Die Ausstellung wurde am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, dem 27. Januar 2008, eröffnet. Sie thematisiert erstmals die bislang kaum bekannte Geschichte der mehr als 15.000 jüdischen Häftlinge im KZ Ravensbrück, wo die Nationalsozialisten zwischen 1939 und 1945 insgesamt etwa 130.000 Frauen und Kinder sowie 20.000 Männer aus ganz Europa inhaftierten. 

Die Ausstellung veranschaulicht, dass es sich bei den jüdischen Häftlingen nicht um eine einheitliche Gruppe handelte: Die inhaftierten Frauen, Männer und Kinder wurden von den Nationalsozialisten mit verschiedenen Begründungen und zu unterschiedlichen Zeiten in das Konzentrationslager eingewiesen und kamen aus nahezu allen europäischen Ländern. Gezeigt werden mehr als 220 Gegenstände, Fotos, Dokumente und Filmausschnitte. Außerdem werden an mehreren Hörstationen 32 Biografien sowie zahlreiche Selbstzeugnisse von jüdischen Häftlingen präsentiert, die u.a. von Iris Berben gelesen werden. 

Ravensbrück war bis 1944 kein Zielort systematischer Deportationen der europäischen Juden. Dennoch wurden jüdische Häftlinge des KZ Ravensbrück Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik, als sie 1942 in der Tötungsaktion »14 f 13« ermordet bzw. im Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert wurden. Mit dem Rückzug der Wehrmacht und der Räumung von Gettos und Vernichtungslagern verschleppte die SS ab Spätherbst 1944 jüdische Frauen in großer Zahl nach Ravensbrück, die hier bzw. in den Außenlagern zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Insgesamt sind die Namen von etwa 15.000 jüdischen Frauen, Männern und Kindern bekannt, die als Häftlinge des KZ Ravensbrück registriert waren. 2.679 von ihnen sind nachweislich in Ravensbrück zu Tode gekommen bzw. wurden in den »Euthanasie«-Tötungsanstalten Opfer der Mordaktion »14 f 13«. Die tatsächliche Anzahl der in Ravensbrück umgekommenen jüdischen Häftlinge ist weitaus höher. 

»Die Sonderausstellung zur Geschichte der in Ravensbrück inhaftierten jüdischen Frauen, Männer und Kinder ist einer lange vernachlässigten Häftlingsgruppe gewidmet«, erklärte Gedenkstättenleiterin Dr. Insa Eschebach, »die in der Zeit der DDR aus ideologischen Gründen ausgeblendet wurde. Nachdem bereits Anfang der 90er Jahre im Zellenbau ein jüdischer Gedenkraum eingerichtet wurde, sind es neuere wissenschaftliche Forschungen, nicht zuletzt von israelischen Historikerinnen und Historikern, die diese Ausstellung ermöglichen. Außerdem haben uns viele Überlebende und Angehörige mit Leihgaben unterstützt. Die Geschichte der jüdischen Häftlinge wird auch in der künftigen neuen Hauptausstellung großen Raum einnehmen.« 

Erst im April des vergangenen Jahres war am Rande des Besuchs von Ministerpräsident Matthias Platzeck in Israel ein Verband der israelischen Ravensbrück-Überlebenden gegründet worden. Der Ministerpräsident hatte in Jerusalem eine Ausstellung der Gedenkstättenstiftung eröffnet und im Rahmen eines Empfangs Überlebende aus Ravensbrück und Sachsenhausen für ihre Arbeit als Zeitzeugen mit dem Verdienstorden ausgezeichnet. 

Die Ausstellung wurde durch das Bundesministerium für Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Dank der Unterstützung durch das Auswärtige Amt können drei Überlebende aus Israel, Russland und der Slowakei, die zugleich Leihgeber der Ausstellung sind, an der Eröffnungsveranstaltung teilnehmen. Die Hörstationen sind in Kooperation mit dem Projektteam »Raum der Namen« der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas entstanden. (Im Garagentrakt, 27. Januar 2008 bis 27. Januar 2009)

 

 

Mehr Informationen zur Ausstellung als PDF-Datei...


 

 

 


2007 | »Lagerbordelle. Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern«


Thema dieser Ausstellung sind die lange Zeit vergessenen Bordelle in Konzentrationslagern. Seit 1942 wurden auf Weisung des Reichsführers-SS Heinrich Himmler Bordelle in zehn KZ errichtet. Die »Sonderbauten«, wie die SS die Lagerbordelle nannte, waren seit 1943 fester Teil eines Prämiensystems, das im gesamten KZ-System galt. Auf diese Weise sollten männliche Häftlinge zu Mehrarbeit motiviert werden. Mehr als 200 weibliche Häftlinge wurden in diesen Lagerbordellen sexuell ausgebeutet, die meisten kamen aus dem Frauen-KZ Ravensbrück.

Die Ausstellung basiert auf einer Sonderausstellung zum gleichen Thema, die 2007 in der Gedenkstätte Ravensbrück zu sehen war und die international große Beachtung gefunden hat. 2008 Jahr konnte sie in Seoul gezeigt werden. Die Neufassung wurde zum einen um Kontextthemen erweitert und zum anderen konnten zahlreiche neue Erkenntnisse aufgenommen werden. Diese gehen auf die Forschungen des Kurators der Wanderausstellung, den Berliner Kulturwissenschaftler Robert Sommer [www.robert-sommer.com], zurück, der 2008 seine Dissertation über Zwangsprostitution in NS-Konzentrationslagern abgeschlossen hat und im Juni 2009 veröffentlicht wird. [Mehr Informationen....

Gezeigt werden mehr als 150 Dokumente und Fotos zum Thema Lagerbordelle. Vier Hörstationen informieren über ehemalige Sex-Zwangsarbeiterinnen und männliche Besucher der Bordelle. Einführende Tafeltexte stellen Aspekte der Thematik vor, die jeweils vier Themenbereichen zugeordnet sind. Zur vertiefenden Lektüre werden Dokumente und Texte in Ordnern und Klappbüchern angeboten, die auf Tischen installiert sind. Darüber hinaus werden in Vitrinen Dokumente und Fotos zur Geschichte der zehn Lagerbordelle gezeigt.

 


Index

Themenbereiche | Ausstellungsmobiliar | Technische Details | Bilder | Mehr Informationen


Themenbereiche 

 

Die Ausstellung besteht aus fünf Segmenten, für die eine Gesamtfläche von circa 100 m² benötigt wird. Die Präsentation kann in einem Raum gezeigt bzw. auf mehrere Räume aufgeteilt werden.

 

1. Geschichte und Organisation der Lagerbordelle

3 Tische, 2 Tafelsysteme

 

2. Frauen in Lagerbordellen

2 Tische, 1 Tafelsystem

 

3. Männliche Häftlinge und Lagerbordelle

2 Tische, 1 Tafelsystem

 

4. Vitrinen mit Dokumenten aus zehn Lagerbordellen

8 kleine Vitrinen, 2 große Vitrinen, 1, Tisch

 

5. Kontextualisierung

2 Tische, 2 Tafelsysteme  

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Ausstellungsmobiliar

 

8 Tafelsysteme mit 10 Bild- und 12 Texttafeln

(0,50 m x 0,50 m x 2,00 m – demontierbar)

 

9 schwarze Tischplatten auf Böcken

(0,75 m x 1,50 m – demontierbar)

 

1 grauer Tisch

(0,60 m x 0,75 m x 0,73 m – nicht demontierbar)

 

8 Vitrinen

(0,50 m x 0,30 m x 0,70 m– nicht demontierbar)

 

2 Vitrinen

(0,65 m x 0,45 m – nicht demontierbar)

 

4 Hörstationen (MP3-Player)

(auf insgesamt 3 Tischen montiert)

 

15 Hocker und 9 Lampen

An die Tischplatten zu montieren sind:

9 Lampen sowie 4 Hörstationen und Kopfhörer 

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Technische Details 

 

Leihvertrag

Es wird für die Ausstellung keine Leihgebühr erhoben. Für die Ausleihe wird ein Vertrag zwischen der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und dem Leihnehmer geschlossen.

 

Transport und Aufbau

Der Transport kann mit einem LKW erfolgen (4 m x 2 m x 2 m). Der Ausstellungsraum muss über Steckdosenanschlüsse für neun 60W Lampen und vier MP3-Player verfü­gen. Für den Transport der Tafelsysteme und Tische sind beim Be- und Entladen zwei Hilfskräfte erforderlich. Für den Auf- und Abbau der Ausstellung kann die Hilfe der Gedenkstätte Ravensbrück angefragt werden.

 

Inhaltliche und technische Beratung

In Vorbereitung der Ausstellung vor Ort berät Sie die Gedenkstätte Ravensbrück hinsichtlich eines Begleitprogramms, der Eröffnungsveranstaltung und weiterführender Literatur. Sie können sich jederzeit mit Fragen zum Transport und zum Aufbau an die Gedenkstätte wenden.

 

Kontakt

Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück | Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Straße der Nationen

D-16798 Fürstenberg

Tel.: +49 (0)33093/608-16

Fax: +49 (0)33093/608-29

wanderausstellung-lagerbordelle@ravensbrueck.de

www.ravensbrueck.de 

 

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Bilder

 

   

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Mehr Informationen

 

  Mehr Informationen zur Ausstellung als PDF-Datei...

Zum Text der Presseerklärung vom 24. Februar 2009 als PDF-Datei...

 

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2005/2006| Antonina Aleksandrowna Nikiforowa (1907-2001)

»...geboren 1907 in Leningrad, russisch, parteilos, akademisch...« -
 Der Nachlass einer Ravensbrückerin


 

Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück zeigte zum  60. Jahrestag der Befreiung im Garagentrakt die Ausstellung »Antonina Aleksandrowna Nikiforowa (1907-2001) ,...geboren 1907 in Leningrad, russisch, parteilos, akademisch...’ Der Nachlass einer Ravensbrückerin«. Erstmalig wird in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück der schriftliche Nachlass einer ehemals im KZ Ravensbrück inhaftierten Frau ausgestellt. Er umfasst über 2.800 Korrespondenzen, davon mehr als 2.200 aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, und bildet damit den größten Nachlass im Archiv der Gedenkstätte. Die russische Ärztin Antonina Nikiforowa war im Zweiten Weltkrieg als Angehörige der Roten Armee von den deutschen Truppen gefangen genommen worden. Sie durchlief mehrere Kriegsgefangenenlager, das Konzentrations- und Vernichtungslager Majdanek und wurde im April 1944 ins Frauen-KZ Ravensbrück deportiert. Nach der Befreiung des Lagers wurde sie leitende Ärztin des von den sowjetischen Behörden auf dem Gelände eingerichteten Hospitals. In die Sowjetunion zurückgekehrt, arbeitete Antonina Nikiforowa als Pathologin in einem Leningrader Krankenhaus. Sie veröffentlichte ihre Erinnerungen an die Zeit der Gefangenschaft in den Büchern »Das darf sich nicht wiederholen« (1958) und »Erzählung von Kampf und Freundschaft« (1967). Als erste Ravensbrückerin aus der Sowjetunion besuchte sie 1957 das ehemalige KZ anlässlich von Gedenkfeierlichkeiten. Ravensbrück blieb lebenslang ein zentrales Thema für sie, zu dem sie sammelte und schrieb. Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt der Sammlungstätigkeit von Antonina Nikiforowa, so russische und internationale Korrespondenzen, Fotografien und persönliche Gegenstände. Sie thematisiert Aspekte der beruflichen Laufbahn, des gesellschaftlichen Engagements und der persönlich-familiären Biographie von Antonina Nikiforowa.

Konzeption und Realisierung: Sigrid Abenhausen mit Unterstützung von Thomas Kunz