Ausstellungen


Derzeit ist in der Gedenkstätte Ravensbrück konzeptionell und baulich viel in Bewegung. Das ehemalige »Kommandanturgebäude« soll zukünftig eine umfangreichere Hauptausstellung der Gedenkstätte beherbergen. Verwaltung, Sammlungsbereiche und ein Veranstaltungsraum werden künftig in dem Garagentrakt dahinter untergebracht, um für die Hauptausstellung Platz zu schaffen. Mit dem Umbau des Garagentraktes wurde Ende 2009 begonnen. Seitdem ist die Ausstellung »Sprache des Gedenkens« nicht mehr zu sehen. Seit Mai 2011 sind nun auch die Ausstellungen »Ravensbrückerinnen« und »Ravensbrück. Topographie und Geschichte des Frauen-KZ« geschlossen.

Während des Umbaus zeigt die Gedenkstätte bis zur Eröffnung einer neuen Hauptausstellung im Jahre 2013 die Ausstellungsinstallation »Ravensbrück: Biografien – Themen – Kalendertage« im Besucherzentrum. Zugänglich bleiben außerdem die vertiefenden Dauerausstellungen über den Zellenbau (seit 2006, im Zellenbau), die Aufseherinnen (seit 2004, in einem der ehemaligen Aufseherinnenhäuser), das männliche SS-Personal (seit 2010, in einem der ehemaligen »Führerhäuser«) und die »Zwangsarbeit im Frauen-KZ Ravensbrück. Textilfertigung Für die SS- Wirtschaft« (in der ehemaligen »Schneiderei«).

Außerdem zeigt die Gedenkstätte immer wieder temporäre Sonderausstellungen... und Wanderausstellungen...

 

2011-2013 | »Ravensbrück: Biografien – Themen – Kalendertage«

Von Mai 2011 bis zur Eröffnung einer neuen Hauptausstellung im Jahre 2013 bleibt die ehemalige »Kommandantur« des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück geschlossen. Die dort bisher gezeigten Ausstellungen wurden geschlossen, an ihre Stelle tritt die Ausstellungsinstallation »Ravensbrück: Biografien – Themen – Kalendertage«, die im Besucherzentrum der Gedenkstätte gezeigt wird. In dieser neuen Ausstellung werden die Lebensgeschichten von 26 ehemaligen Ravensbrücker Häftlingen vorgestellt. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, sich über die Geschichte des Frauen-KZ Ravensbrück zu informieren. Themen sind unter anderem der Aufbau und die Topographie des Konzentrationslagers, Zwangsarbeit, Schwangerschaft, Geburten und Kinder im Konzentrationslager Ravensbrück, das Krankenrevier und die medizinischen Experimente an Häftlingen, die Befreiung des Lagers sowie die spätere Gedenkstättengeschichte. In einer künstlerischen Installation werden Daten und Ereignisse aus der Chronologie der Lagergeschichte von Mai 1939 bis April 1945 projiziert.    

seit 1984 / 2006 | Ländergedenkräume | »Ravensbrück. Der Zellenbau«  

Bereits in den achtziger Jahren sind im ehemaligen Zellenbau von den im Krieg durch Deutschland okkupierten Ländern Europas 17 Ländergedenkräume gestaltet worden. Die sehr unterschiedlichen Räume wurden später teilweise umgestaltet. Ferner erinnern Gedenkräume an die verfolgten und ermordeten Jüdinnen sowie Sinti und Roma an die Angehörigen der Opfer des 20. Juli 1944. Eine historische Würdigung des Gebäudes nimmt die 2006 eröffnete Ausstellung »Ravensbrück. Der Zellenbau« vor. Zur Ausstellung liegt ein wissenschaftlicher Begleitband vor.

Zwangsarbeit im Frauen-KZ Ravensbrück - 
Textilfertigung für die SS-Wirtschaft

Die Werkausstellung Zwangsarbeit im Frauen-KZ Ravensbrück - Textilfertigung für die SS-Wirtschaft zeigt auf dem ehemaligen Industriehof des Konzentrationslagers Ravensbrück die jüngsten Forschungsergebnisse zur Zwangsarbeit für den SS eigenen Wirtschaftsbetrieb »Gesellschaft für Textil- und Lederverwertung mbH« (Texled).

seit 2004 | »Im Gefolge der SS« - Aufseherinnen im Frauen-KZ Ravensbrück

Im Oktober 2004 wurde die Ausstellung »Im Gefolge der SS« - Aufseherinnen im Frauen-KZ Ravensbrück als neue Dauerausstellung eröffnet. Die Ausstellung wird in einem der insgesamt acht ehemaligen Unterkunftshäuser des weiblichen Bewachungspersonals gezeigt. Sie ist Teil des längerfristigen Ausstellungskonzeptes im Rahmen der Zielplanung. Mit dieser Ausstellung widmet sich die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück erstmals dem zunehmenden Interesse der Öffentlichkeit, insbesondere der jüngeren Generationen, an dem Thema des Bewachungspersonals und deren Verbrechen. Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Stellung der SS-Aufseherinnen in der Konzentrationslager-SS, ihrer Rekrutierung und Ausbildung, ihren Dienstbereichen, individuellen Handlungsspielräumen, Karrieren und Verbrechen. Themen sind u.a. die juristische Aufarbeitung in den vier Besatzungszonen, der Bundesrepublik und der DDR, die Integration der ehemaligen Aufseherinnen in die beiden deutschen Nachkriegsgesellschaften, die Rezeptionsgeschichte und die Aufarbeitung bzw. Verdrängung in den Familien ehemaliger SS-Aufseherinnen. Zur Ausstellung liegt ein wissenschaftlicher Begleitband vor.

seit 2010 | Das »Führerhaus«: Alltag und Verbrechen der Ravensbrücker SS-Offiziere | The Officer's House: Everyday Life and Crimes at Ravensbrück

»Führerhäuser« nannte die SS die vier Villen für SS-Offiziere und ihre Familien in unmittelbarer Nähe des KZ Ravensbrück. Im ehemaligen Wohnhaus des Lagerkommandanten ist nun eine Ausstellung über die SS-Führer zu sehen. Gemeinsam bestimmten sie den Haftalltag von mehr als 140. 000 Frauen, Männern und Kindern und verantworteten den Tod zehntausender Gefangener, die infolge der Haftbedingungen oder bei gezielten Mordaktionen starben. Thema der Ausstellung sind ihr Handeln und ihre Motive, aber auch Umfeld und Alltag dieser Tätergruppe. In dem 1939 errichteten Gebäude sind noch immer Spuren vom Leben der SS-Führer sichtbar. Der Bau wurde denkmalgerecht konserviert, so dass Ausstellungsbesucher die verschiedenen Schichten seiner Nutzung und Nachnutzung selbst erkunden können.

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1994-2011 | »Ravensbrückerinnen«

Im »Kommandantur«-Gebäude zeigte die Ausstellung »Ravensbrückerinnen« exemplarisch 27 Biographien ehemaliger Häftlinge. Die Frauen aus verschiedenen europäischen Ländern wurden von der SS mit unterschiedlichen Haftgründen stigmatisiert. Zur Ausstellung erschien ein Begleitband.

Ausstellung "Ravensbrückerinnen"

1994-2011 | »Ravensbrück. Topographie und Geschichte des Frauen-KZ«

In der ehemaligen SS-»Kommandantur« bot die Ausstellung »Ravensbrück. Topographie und Geschichte des Frauen-KZ« erste Informationen zur Entstehungsgeschichte des KZ.

Ravensbrück. Topographie und Geschichte des Frauen-KZ

1999-2009 | Die Sprache des Gedenkens. 
Zur Geschichte der Gedenkstätte Ravensbrück 1945-1995

Mit der Sonderausstellung Die Sprache des Gedenkens. Zur Geschichte der Gedenkstätte Ravensbrück 1945-1995 befragte die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück seit 1999 auf ca. 270 qm Ausstellungsfläche in den ehemaligen SS-Garagen Sprache und Formen des Gedenkens zur Zeit der Sowjetischen Besatzungszone, der Deutschen Demokratischen Republik und schließlich der Bundesrepublik Deutschland. Die Ausstellung thematisierte die Sprache des Gedenkens - die verbal gefassten Botschaften ebenso wie die nicht-verbalen Gesten und Handlungen - und fragte nach den Traditionslinien, Kontinuitäten und Brüchen in der Praxis des Gedenkens. Darüber hinaus ging es aber auch um den Umgang mit dem KZ-Gelände nach 1945, um die sowjetischen Nachbarn der Gedenkstätte und nicht zuletzt um die »Mitwirkung« des Ministeriums für Staatssicherheit bei den Gedenkfeiern. Die Ausstellung ist wegen umfangreicher Umbauarbeiten im Garagentrakt seit 2009 nicht mehr zu sehen. Die künftige neue Hauptausstellung wird sich ihrem Thema in einem Teil widmen. Immer noch erhältlich ist der gleichnamige Sammelband, der in der Schriftenreihe der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten erschienen ist.

 

 

Außerdem gibt es eine Reihe von Online-Ausstellungen anderer Anbieter, darunter:

 

Gedichte aus dem Frauenkonzentrationslager.

Ein Internet-Kunstprojekt von Pat Binder.

Im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück wurden mindestens 1.200 Gedichte verfasst. Inmitten der schrecklichen Lagererfahrungen halfen Gedichte den Häftlingen beim Überleben; heute sind sie ein - manchmal schwieriges - Zeugnis aus dieser Sphäre des Todes. Die Künstlerin Pat Binder hat einen metaphorischen Raum für die Begegnung mit diesen »Stimmen aus Ravensbrück« geschaffen. Im Lager geschaffene Zeichnungen und ergänzende Informationen vermitteln einen Eindruck von den Bedingungen, unter denen die Gedichte entstanden sind. Besucher der Website können auch eine virtuelle Rose in den Schwedt-See werfen, zum Gedenken an die Frauen von Ravensbrück.
Die Website basiert auf Forschungen zu den lyrischen Dokumenten in Ravensbrück, durchgeführt von Constanze Jaiser. »Stimmen aus Ravensbrück« finden Sie unter www.pat-binder.de/ravensbrueck (externer Link).