Aktuelles


»Baustelle Ravensbrück« Seit Mai 2011 bis zur Eröffnung einer neuen Hauptausstellung im Jahre 2013 bleibt die ehemalige Kommandantur des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück geschlossen. Die dort bisher gezeigten Ausstellungen wurden geschlossen, an ihre Stelle zeigen wir  die Ausstellungsinstallation »Ravensbrück: Biografien – Themen – Kalendertage« im Besucherzentrum der Gedenkstätte. In dieser neuen Ausstellung werden die Lebensgeschichten von 26 ehemaligen Ravensbrücker Häftlingen vorgestellt. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, sich über die Geschichte des Frauen-KZ Ravensbrück zu informieren. Themen sind unter anderem der Aufbau und die Topographie des Konzentrationslagers, Zwangsarbeit, Schwangerschaft, Geburten und Kinder im Konzentrationslager Ravensbrück, das Krankenrevier und die medizinischen Experimente an Häftlingen, die Befreiung des Lagers sowie die spätere Gedenkstättengeschichte. In einer künstlerischen Installation werden Daten und Ereignisse aus der Chronologie der Lagergeschichte von Mai 1939 bis April 1945 projiziert.


»Jüdische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück«  | Die Gedenkstätte Ravensbrück zeigt ein zweites Mal die Ausstellung, die erstmals 2008 am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, dem 27. Januar, eröffnet wurde. Sie thematisiert die bislang kaum bekannte Geschichte der mehr als 15.000 jüdischen Häftlinge im KZ Ravensbrück, wo die Nationalsozialisten zwischen 1939 und 1945 insgesamt etwa 130.000 Frauen und Kinder sowie 20.000 Männer aus ganz Europa inhaftierten. Die Ausstellung veranschaulicht, dass es sich bei den jüdischen Häftlingen nicht um eine einheitliche Gruppe handelte: Die inhaftierten Frauen, Männer und Kinder wurden von den Nationalsozialisten mit verschiedenen Begründungen und zu unterschiedlichen Zeiten in das Konzentrationslager eingewiesen und kamen aus nahezu allen europäischen Ländern. Gezeigt werden mehr als 220 Gegenstände, Fotos, Dokumente und Filmausschnitte. Außerdem werden an mehreren Hörstationen 32 Biografien sowie zahlreiche Selbstzeugnisse von jüdischen Häftlingen präsentiert, die u.a. von Iris Berben gelesen werden. Ravensbrück war bis 1944 kein Zielort systematischer Deportationen der europäischen Juden. Dennoch wurden jüdische Häftlinge des KZ Ravensbrück Opfer der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik, als sie 1942 in der Tötungsaktion »14 f 13« ermordet bzw. im Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert wurden. Mit dem Rückzug der Wehrmacht und der Räumung von Ghettos und Vernichtungslagern verschleppte die SS ab Spätherbst 1944 jüdische Frauen in großer Zahl nach Ravensbrück, die hier bzw. in den Außenlagern zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Insgesamt sind die Namen von etwa 15.000 jüdischen Frauen, Männern und Kindern bekannt, die als Häftlinge des KZ Ravensbrück registriert waren. 2.679 von ihnen sind nachweislich in Ravensbrück zu Tode gekommen bzw. wurden in den »Euthanasie«-Tötungsanstalten Opfer der Mordaktion »14 f 13«. Die tatsächliche Anzahl der in Ravensbrück umgekommenen jüdischen Häftlinge ist weitaus höher.  »Die Sonderausstellung zur Geschichte der in Ravensbrück inhaftierten jüdischen Frauen, Männer und Kinder ist einer lange vernachlässigten Häftlingsgruppe gewidmet«, erklärte Gedenkstättenleiterin Dr. Insa Eschebach, »die in der Zeit der DDR aus ideologischen Gründen ausgeblendet wurde. Nachdem bereits Anfang der 90er Jahre im Zellenbau ein jüdischer Gedenkraum eingerichtet wurde, sind es neuere wissenschaftliche Forschungen, nicht zuletzt von israelischen Historikerinnen und Historikern, die diese Ausstellung ermöglichen. Außerdem haben uns viele Überlebende und Angehörige mit Leihgaben unterstützt. Die Geschichte der jüdischen Häftlinge wird auch in der künftigen neuen Hauptausstellung großen Raum einnehmen.«  Die Ausstellung wurde durch das Bundesministerium für Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Dank der Unterstützung durch das Auswärtige Amt können drei Überlebende aus Israel, Russland und der Slowakei, die zugleich Leihgeber der Ausstellung sind, an der Eröffnungsveranstaltung teilnehmen. Die Hörstationen sind in Kooperation mit dem Projektteam »Raum der Namen« der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas entstanden. (In den  Garagen)   


Bildungsarbeit auf der »Baustelle Ravensbrück« Auch auf die Angebote der Pädagogischen Dienste haben die Änderungen Auswirkungen. Fragestellungen in den Arbeitsbögen, die sich auf die bisherigen Ausstellungen in der  ehemaligen Kommandantur des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück beziehen, sind nicht mehr bearbeitbar. Wir haben die Arbeitsbögen der neuen Situation entsprechend angepasst, die Sie zum hier zum Download finden.


Eine neue Hauptausstellung für die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück | Ein Team aus Historikerinnen und Kulturwissenschaftlerinnen erarbeitet zurzeit eine Ausstellung, die erstmals den Lagerkomplex Ravensbrück umfassend darstellen wird. Neben dem zentralen Frauenlager (1939-1945) sollen auch das Männerlager (1941-1945), das »Jugendschutzlager« Uckermark (1942-1945), das »Siemenslager« (1942-1945) sowie das System der etwa 40 Außenlager Thema sein.  Die neue Hauptausstellung der Mahn- und Gedenkstätte wird mit finanzieller Unterstützung des Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung realisiert. Sie wird in der ehemaligen Kommandantur, in der die SS-Verwaltung des Lagers residierte, ab Anfang 2013 zu sehen sein. Auf etwa 800 Quadratmetern soll im Erd- und Obergeschoss des Gebäudes über die Entstehung und Entwicklung des Lagerkomplexes und das Schicksal der dort inhaftierten Frauen, Männer und Kinder aus 40 Nationen ausführlich informiert werden. Inhaltliche Schwerpunkte sind der Alltag und die Existenzbedingungen, der Zwangsarbeitseinsatz, die medizinischen Versuche der SS, das Sterben im Lager und die gezielten Mordaktionen. Die Ausstellung geht über die Darstellung der Endphase des Konzentrationslagers und Befreiung hinaus. Sie befasst sich auch mit dem Leben der ehemaligen Häftlinge nach 1945 und ihrer individuellen Verarbeitung der KZ-Haft. Wichtige Themen sind die juristische Ahndung der Verbrechen und die Frage der Entschädigung. Die Organisation der Überlebenden in Verbänden und die Entstehung eines europaweiten Ravensbrück-Gedächtnisses, das sich entlang allgemeiner wie länderspezifischer erinnerungspolitischer Koordinaten entwickelte, werden dargestellt. Schließlich nimmt die Ausstellung auch die Geschichte und Praxis des Gedenkens am Ort Ravensbrück in den Blick. Für die Erarbeitung der Ausstellung nimmt die Gedenkstätte gerne Hinweise auf bislang nicht bekannte Objekte, Fotos, Dokumente oder Interviews mit Überlebenden entgegen.  Tel. 033093-608-10.


Befreiung | Die Ansprache von Vanessa F. Fogel zum 66. Jahrestag der Befreiung des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück finden Sie in der Übersetzung aus dem Englischen durch Janna Lölke, wissenschaftliche Volontärin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, hier als PDF-Datei...


Vermächtnis der Überlebenden: »Erinnerung bewahren – authentische Orte erhalten – Verantwortung übernehmen«  | Berlin, 25. Januar 2009 »Wir, die Unterzeichnenden, Überlebende der deutschen Konzentrationslager, Frauen und Männer, vertreten Internationale Häftlingskomitees der Konzentrationslager und ihrer Außenkommandos.  Wir gedenken unserer ermordeten Familien und der Millionen Opfer, die an diesen Orten der Asche getötet wurden. Ihre Verfolgung und Ermordung aus rassischen, politischen, religiösen, sozialen, biologischen und ökonomischen Gründen und ein verbrecherischer Krieg haben die Welt an den Rand des Abgrunds geführt und eine schreckliche Bilanz hinterlassen. 

Nach unserer Befreiung schworen wir eine neue Welt des Friedens und der Freiheit aufzubauen: Wir haben uns engagiert, um eine Wiederkehr dieser unvergleichlichen Verbrechen zu verhindern. Zeitlebens haben wir Zeugnis abgelegt, zeitlebens waren wir darum bemüht, junge Menschen über unsere Erlebnisse und Erfahrungen und deren Ursachen zu informieren.  Gerade deshalb schmerzt und empört es uns sehr, heute feststellen zu müssen: Die Welt hat zu wenig aus unserer Geschichte gelernt. Gerade deshalb müssen Erinnerung und Gedenken weiterhin gleichermaßen Aufgabe der Bürger und der Staaten sein.  Die ehemaligen Lager sind heute steinerne Zeugen: Sie sind Tatorte, internationale Friedhöfe, Museen und Orte des Lernens. Sie sind Beweise gegen Verleugnung und Verharmlosung und müssen auf Dauer erhalten werden. Sie sind Orte der wissenschaftlichen Forschung und des pädagogischen Engagements. Die pädagogische Betreuung der Besucher muss ausreichend gewährleistet sein. Die unvergleichlichen Menschheitsverbrechen der Nationalsozialisten - erinnert werden muss in diesem Zusammenhang vor allem an den Holocaust - geschahen in deutscher Verantwortung. Deutschland hat viel zur Aufarbeitung seiner Geschichte getan. Wir erwarten, dass die Bundesrepublik und ihre Bürger auch in Zukunft ihrer Verantwortung in besonderem Maße gerecht werden. Aber auch Europa hat seine Aufgabe: Anstatt unsere Ideale für Demokratie, Frieden, Toleranz, Selbstbestimmung und Menschenrechte durchzusetzen, wird Geschichte nicht selten benutzt, um zwischen Menschen, Gruppen und Völkern Zwietracht zu säen. Wir wenden uns dagegen, dass Schuld gegeneinander aufgerechnet, Erfahrungen von Leid hierarchisiert, Opfer miteinander in Konkurrenz gebracht und historische Phasen mitein­ander vermischt werden. Daher bekräftigen wir den von der ehemaligen Präsidentin des Europäischen Parlaments und Auschwitz-Überlebenden Simone Veil vor dem Deutschen Bundestag 2004 ausgesprochenen Appell zur Weitergabe der Erinnerung: „Europa sollte seine gemeinsame Vergangenheit als Ganzes kennen und zu ihr stehen, mit allen Licht- und Schattenseiten; jeder Mitgliedstaat sollte um seine Fehler und sein Versagen wissen und sich dazu bekennen, mit seiner eigenen Vergangenheit im Reinen zu sein, um auch mit seinen Nachbarn im Reinen sein zu können.“ Unsere Reihen lichten sich. In allen Instanzen unserer Verbände, auf nationaler wie internationaler Ebene, treten Menschen an unsere Seite, um die Erinnerung aufzunehmen: Sie geben uns Vertrauen in die Zukunft, sie setzen unsere Arbeit fort. Der Dialog, der mit uns begonnen wurde, muss mit ihnen fortgeführt werden. Für diese Arbeit benötigen sie die Unterstützung von Staat und Gesellschaft. Die letzten Augenzeugen wenden sich an Deutschland, an alle europäischen Staaten und die internationale Gemeinschaft, die menschliche Gabe der Erinnerung und des Gedenkens auch in der Zukunft zu bewahren und zu würdigen. Wir bitten die jungen Menschen, unseren Kampf gegen die Nazi-Ideologie und für eine gerechte, friedliche und tolerante Welt fortzuführen, eine Welt, in der Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus keinen Platz haben sollen. Dies sei unser Vermächtnis.« Noach Flug (Jerusalem), Internationales Auschwitz Komitees | Sam Bloch (New York), World Federation of Bergen-Belsen | Bertrand Herz (Paris), Internationales Buchenwald Komitee | Max Mannheimer (München), Internationales Dachau Komitee | Uri Chanoch (Jerusalem), Internationales Komitee Nebenlager Dachau | Jack Terry (New York), Internationales Flossenbürg Komitee | Albert van Hoey (Brüssel), Internationales Komitee Mittelbau-Dora | Robert Pinçon (Tours), Internationales Neuengamme Komitee | Annette Chalut (Paris), Internationales Ravensbrück Komitee | Pierre Gouffault (Paris), Internationales Sachsenhausen Komitee


Zwei Wanderausstellungen suchen ihren Weg | Derzeit gibt es zwei Ausstellungen, die als Sonderausstellungen in der Gedenkstätte Ravensbrück gezeigt wurden und als Wanderausstellungen auf Reisen gehen: die Ausstellung»Lagerbordelle. Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern«  und die Ausstellung »Jüdische Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück«. Zu den vertiefenden Informationen finden Sie auch, indem Sie auf der linken Navigationsleiste auf »Ausstellungen« klicken und dort dem Link zu den »Wanderausstellungen« folgen. 


Diese Website wird modernisiert | Wie Sie sehen, ändert sich das Gesicht dieser Website. Wir bemühen uns, das fremdsprachige Angebot zu erweitern. Seit März 2009 verfügt die Website der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück über eine deutsche, englische, französische, italienische, niederländische, polnische und spanische Fassung, so dass bisher insgesamt sieben Sprachen verfügbar sind. Im Downloadbereich und auf den jeweiligen fremdsprachigen Versionen unserer Website lassen sich auch unsere neuen Faltblätter im A4-Format in sieben Sprachen als PDF-Dateien herunterladen. Insgesamt sind wir bemüht, unser Angebot übersichtlicher und informativer zu gestalten. Für Anregungen und Hinweise auf noch nicht oder nicht mehr funktionierende Elemente unter webmaster@ravensbrueck.de sind wir Ihnen sehr dankbar


Jahrestage | Wir freuen uns, der vielfach geäußerten Nachfrage nach den Texten der Beiträge  von Cécile Wajsbrot zum 64. Jahrestag der Befreiung (2009) [als PDF-Datei...] und  von Jessica Durlacher zum 62. Jahrestag der Befreiung (2007) [als PDF-Datei...] nachkommen zu können. Wir danken den Autorinnen.